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Erfahrungsbericht über das Fahrradfahren Lernen im fortgeschrittenen Alter

Geschrieben von am 16.09.2014

Karin Philipp hat vor einigen Jahren den Neu-Einstieg ins Radfahren in unserer Radfahrschule gewagt. Sie erzählt in ihrem Erfahrungsbericht, welche Herausforderung es ist, im fortgeschrittenen Alter das Radfahren neu zu erlernen und wie sie es dennoch gemeistert hat.

Leider war es mir nicht vergönnt, in meinen Kindheits- bzw. Jugendjahren Fahrradfahren zu lernen, und in späteren Jahren habe ich immer neiderfüllt den Freunden nachgesehen, wenn sie auf lange, interessante Touren gingen. So war ich Anfang 60, als ich auf die Radfahrschule für Erwachsene von Wolfgang Lukowiak stieß, nachdem ich im Radio davon gehört hatte.

Ich fing im August 2006 mit dem Lernen an und hatte zu dem Zeitpunkt vielleicht drei bis vier Mal längere Zeit auf einem Fahrrad gesessen, ohne das Fahren zu beherrschen, und auch diese Male waren schon lange her. Ich begann, zu meinem Erstaunen, mit dem Rollerfahren, stieg dann aber bald auf ein Fahrrad um, und das Fahren und Üben unterschiedlichster Situationen auf dem Gelände machten mir großen Spaß. Nach 18 Doppelstunden (bis Mai 2007) erhielt ich eine Art Zeugnis und begab mich nahezu sofort in ein Fahrradgeschäft und kaufte mir ein passendes Fahrrad.

Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich mich noch nicht im Straßenverkehr auf einem Fahrrad bewegt und ich hatte Angst davor. Meine Freunde waren nett und versuchten, mir die Angst zu nehmen, aber auch sie hatten natürlich keine Lust, mich auf ihren interessanten Touren immer „im Schlepptau“ zu haben. So saß ich im ersten Jahr vielleicht fünf bis sechs Mal für längere Zeit auf meinem Fahrrad, und dann war der Spaß auch schon vorbei und ich stellte mein Gefährt traurig in den Keller. Leider fuhr (und fahre) ich auch nicht Auto, so dass ich das Fahrrad nicht in eine Gegend transportieren konnte, in der wenig Verkehr war.

Dennoch fand ich es einfach zu schade, nicht Fahrradfahren zu können, und von daher empfand ich es beinahe als Wink des Schicksals, als ich im Frühjahr dieses Jahres in meiner E-Mail-Post ausführliches Info-Material über die Radfahrschule fand.

Ich begann von Neuem, und das ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn Herr Lukowiak erklärte immer wieder in den angenehmen Kaffeepausen während der Fahrstunden (in denen ich mehrere Teilnehmerinnen traf, die auch erneut anfingen), dass man praktisch wieder bei Null beginnt, wenn man das Fahrradfahren erst später in seinem Leben lernt (etwa über 30) und es dann nicht relativ regelmäßig praktiziert. Wenn man es nicht wieder verlernen will, sollte man immer wieder mal fahren. Für jene, die wie ich nervös sind, wenn sie sich in den Straßenverkehr begeben sollen, weil sie z.B. in einer belebten Gegend wohnen, bietet Herr Lukowiak auch Einzelstunden an.

Ich habe wieder angefangen und bin entschlossen, es diesmal nicht zu verlernen, weil es einfach zu viel Spaß macht.

Karin Philipp